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RHEUMA - Frühdiagnostik ist entscheidend!!

Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis führen unbehandelt häufig zu frühzeitigem Arbeitsverlust, Invalidität und Frühpensionierung und haben damit neben der Behinderung und dem chronischen Schmerz eine enorme volkswirtschaftliche Bedeutung. Die Betroffenen haben einerseits durch starke Schmerzen, anderseits aufgrund ihrer Behinderung, die ein normales Leben in der Gesellschaft oft unmöglich macht, eine starke psychische Belastung.
Besonders Erkrankungen des entzündlich rheumatischen Formenkreises wie z.B. die chronische Polyarthritis (cP), die Gelenksbeteiligung bei Psoriasis (bis zu 17% aller Patienten mit Schuppenflechte entwickeln eine Gelenksentzündung) oder entzündliche Wirbelsäulenerkrankungen wie der Morbus Bechterew führen bei zu später Diagnose und Behandlung zu bleibenden Schäden an Gelenken und/oder der Wirbelsäule. Bei aggressiven Formen ist die Gefahr der raschen Invalidisierung bei unzureichender oder fehlender Behandlung gegeben.
Mit vielen neuen Medikamenten ist es heute für den rheumatologisch tätigen Arzt möglich, ganz entscheidend in den Krankheitsprozess verschiedener entzündlicher Krankheitsbilder einzugreifen und die Beschwerden zu lindern und das Fortschreiten der Krankheit zu vermeiden. Allerdings ist hier eine möglichst frühzeitige Diagnosestellung und ein rascher Therapiebeginn notwendig. In Studien zeigt sich bereits, dass bei frühem Behandlungsbeginn z.B. bei der chronischen Polyarthritis auch Fälle von Heilung möglich sein dürften. Die größte Chance darauf besteht, wenn innerhalb der ersten 6 – 12 Wochen bereits eine Diagnose gestellt und eine entsprechende Basistherapie eingeleitet wird. Die sogenannte Basistherapie soll das Auftreten weiterer Entzündungsschübe und die Schädigung des Gelenksknorpels und des angrenzenden Knochens vermeiden helfen.

Zu den medikamentösen Therapieformen zählen neben den bewährten Basistherapien wie Resochin, Salazopyrin, Methotrexat/Ebetrexat oder Arava auch die neueren sogenannten „Biologika“ wie Remicade, Enbrel, Humira, Mabthera oder Orencia. Diese Substanzen kommen zum Einsatz, wenn andere Basistherapien in ausreichender Dosierung und entsprechender Therapiedauer nicht den gewünschten entzündungshemmenden Effekt auf die jeweils zugrundeliegende Erkrankung zeigen. In den nächsten Monaten werden weitere nach neuesten Studien sehr wirksame Substanzen zugelassen werden.
Neben den medikamentösen Maßnahmen kommt der sogenannten Lokaltherapie bei vielen Formen von rheumatischen Schmerzen große Bedeutung zu. Schmerzstillende Substanzen können mittels Infiltration oder Gelenkspunktion direkt an den schmerzhaften Ort gebracht werden und entfalten dort rasch ihre Wirksamkeit ohne den übrigen Körper zu belasten.
Neben der medikamentösen Behandlung ist die physikalische Therapie mit ihrer Vielzahl an aktiven und passiven Behandlungsmethoden eine tragende Säule in der Rheumatherapie. Besonders Patienten mit Arthrosen (Gelenksabnützung)und Wirbelsäulenschmerzen profitieren von dieser Behandlung. Hier ist besonders der persönliche Einsatz des Betroffenen gefragt, um z.B. seine Muskulatur zu trainieren und damit die Gelenksstabilität zu verbessern.

Die therapeutische Lokalanästhesie (z.B. nach Prof. Tilscher) ist eine weitere Form der Schmerztherapie. Dabei werden durch gezielte lokale „Vereisungen“ (Infiltrationen) gestörte Schmerzrezeptoren verschiedener Gewebeschichten wieder ihrer normalen Funktion zugeführt.